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Mortal Engines – APPROVED

Eine verrückte, lebendige Welt und eine fantastische Reise: Hinter einem schlechten Film steckt oft eine viel bessere Buchvorlage. Daher bin ich beinahe froh, wie sehr mich die Verfilmung von Mortal Engines – Krieg der Städte damals enttäuscht hat. Obwohl ich die Bücher gar nicht kannte, war an vielen Stellen zu spüren, dass etwas fehlte. Die Figuren waren platt und dadurch die Handlung belanglos – dabei passierten so viele abgefahrene Dinge! Riesige, fahrende Städte, ein entstelltes Mädchen auf dem Kriegspfad, Luftschiffe, ein mysteriöser, wiedererweckter Cyborg-Soldat, Schwertkämpfe ... Wie konnte das sein?! Das musste ich erstmal mit dem Lesen des ersten Bandes überprüfen. Und damit begann meine Reise in eine Welt wahnsinniger Wissenschaftler, absurder Technik und vielschichtiger Figuren.

Piranesi – APPROVED

Im Labyrinth wandelt Piranesi und der Wahnsinn folgt ihm auf dem Fuß: Die Welt besteht aus Säulen, Vestibülen und Sälen. Wie viele es sind ist nicht bekannt. Sie erstrecken sich in alle Himmelsrichtungen und beherbergen zahlreiche Statuen. Piranesi (auch wenn er selbst nicht glaubt, dass das sein Name ist) führt Buch über Die Welt und teilt ihre Wunder nur mit Dem Anderen. Doch Piranesis klares Weltbild gerät ins Wanken, als seltsame Hinweise in den Räumen auftauchen. Approved: Es ist schwer, etwas über dieses Leseerlebnis zu schreiben, ohne ihm seine Faszination zu nehmen. Deswegen beschränke ich mich auf ein paar schwammige Dinge, die mir gut gefallen haben (mehr im Spoiler-Teil). Zunächst war ich etwas abgeschreckt. Ich lese am liebsten Bücher in der 3. Person Singular und war daran durch Clarkes vorherihe Werke gewöhnt. Der Ich-Erzähler ist in diesem Roman aber unerlässlich. Durch Piranesis Augen erfahren wir Die Welt und merken dennoch, dass hier etwas nicht stimmt. Seltsame Kalen...

A Taxi Driver – APPROVED

Durch das Süd-Korea der 80er: Ein Blick über den Tellerrand zeigt, dass Geschichten ganz unterschiedlich erzählt werden können. Wer schon häufiger koreanische Filme gesehen hat, wird eine Art Formel erkennen. Erst bringt der Film einen zum Lachen, um einen dann etwa ab der zweiten Hälfte zum Weinen zu bringen. Diese Mischung aus witzig und traurig ist nichts Neues. Jede klassische Tragödie hat etwas Komisches, jede Komödie etwas Tragisches – nur ihr Ausgang muss dem entsprechen, was überwiegen. Das schafft Spannung und Fallhöhe. Wie bei A Taxi Driver .

Everything, Everywhere, All at Once – APPROVED

Das Potential aller Multiversen: Was wäre, wenn vor 27 Jahren meine Oma ausgewandert wäre und sich Kleinkind-Alina niemals seltsame Geschichten mit ihr ausgedacht hätte? Vielleicht hätte ich gar keine Lust auf Märchen, Mythen, Fantasy bekommen und würde nun hauptsächlich Fachzeitschriften lesen. Solche Szenarien hat bestimmt jeder schon einmal durchgespielt. Was macht mich zu dem, der ich jetzt bin und wie sähe mein Leben in anderen Dimensionen aus, wenn ich nur eine Kleinigkeit anders gemacht hätte? Das Prinzip des Schmetterlingseffekts und Geschichten über Multiversen faszinieren immer wieder. Dabei sie sie so facettenreich wie ihre Universen. Ob Horror, Psychothriller oder Comedy. Blockbuster oder – wie in diesem Fall – Indie-Film.

Radio Activity – APPROVED

Zorn schlägt Wellen: Nahezu jeder, der einen Aufsatz schreiben musste, hat es schon einmal zu hören bekommen: Bandwurmsätze gehen gar nicht. Tja, diese Schreib-Grundlage kann wohl doch ins Wanken gebracht werden. Denn Radio Activity ist voll davon. Atemlos wird man an einem Satz durch halbe Seiten gezerrt. Zahlreiche Eindrücke prasseln auf den Leser ein. Das hat mich erst einmal extrem irritiert. Es war anstrengend. Und trotzdem war ich plötzlich schon auf Seite 100 angekommen.

Jonathan Strange & Mr Norrell – APPROVED

Eine Welt wie vor zweihundert Jahren mit einer Prise Magie:   Napoleon nimmt ganz Europa ins Visier, der König ist ein wenig entrückt und Gentlemen philosophieren über vergangene Magie. Darum geht's: Doch in Susanna Clarkes England Anfang des 19. Jahrhunderts ist Magie nicht nur Theorie. Trotzdem liest sich Jonathan Strange & Mr Norrell wie ein Zeugnis vergangener Zeiten. Eine Parallelwelt zu unserer, in welcher Magie zwar fast vergangen, aber ein Britannien zu starker Macht verholfen hat. Mr Norrell ist der letzte praktizierende Magier Englands und reist nach London, um als solcher anerkannt zu werden. In fehlgeleitetem Geltungsdrang beschwört er dabei einen mysteriösen Herrn aus dem Feenreich. Zeitgleich entdeckt Jonathan Strange, dass er zwar als junger Gentleman in nichts anderem, dafür aber in Magie Talent besitzt. Kann es zwei Magier in England geben? Und welchen Schatten wirft der längst vergangene Rabenkönig auf das Land? Approved: Immer wieder wird in Fußnoten a...

Der Winter der schwarzen Rosen - APPROVED

Ein grausames Märchen: Manche Romane ziehen einen in den Bann, weil man noch nichts Vergleichbares gelesen hat. Durch das Setting, den Hauptcharakter oder – wie in diesem Fall – ein Stilmittel.   Darum geht's: Der Winter der schwarzen Rosen ist zwar ein Fantasyroman, liest sich aber wie ein Psychothriller. Das liegt wahrscheinlich an den zwei Protagonistinnen, Liljann und Tajann. In zwei Ich-Perspektiven schildern die Schwestern von ihrem Leben fern vom Hof. Sie jagen mit ihrem Vater die schwarzen Hirsche, um daraus Leder für die Soldatenrüstungen der Lady zu machen. Dabei betrachtet Liljann alles aus der Vergangenheit und macht für den Leser mysteriöse Andeutungen. Tajann hingegen erlebt alles unmittelbar. Sie schmiedet Pläne, um vom Hof des Vaters fortzukommen – denn der schaut seine Töchter schon länger auf die falsche Weise an. Doch ihre Schwester ist feige und will nicht fort. Liljann sieht Gespenster, Feenwesen, die vor allem um ihre Schwester tanzen, aber sie verhei...