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Butter – Approved

Im Kopf des anderen: Manche Romane gehen unter die Haut – nicht weil sie spektakulär sind, sondern weil sie die richtigen Fragen aufwerfen. Bei "Butter" hatte ich schnell dieses Gefühl von Identifikation. Darum geht's: Die Reporterin Rika möchte unbedingt ein Interview mit der verurteilten Mörderin Manako Kajii führen. Dabei ist nicht einmal klar, wie genau Kajii ihre Partner umgebracht haben soll, denn sie alle starben unter Umständen, die ein Fremdeinwirken weder bestätigen noch ausschließen. Außerdem blockiert Kajii, sobald es um die Fälle geht. Lieber redet sie über ein anderes Thema: Essen. Und dabei spielt Butter eine essenzielle Rolle. Langsam versteht Rika das Lebensgefühl, das sich hinter Kajiis kulinarischer Leidenschaft verbirgt. Die Grenzen zwischen Beruf, Privatleben und Freundschaft verschwimmen. Doch mit all der Veränderung tritt nicht nur Gutes in Rikas Leben. Approved: In diesem Buch geht es nicht um Schuld oder Unschuld. Die Frage ist eher, w...

Bullet Train - APPROVED

Glücklose Auftragskiller und ein Marienkäfer: Im Kino wurde ich mit Bullet Train wunderbar unterhalten. Es war schräg, bunt, frech und hatte genau das Maß an gewalttätiger Action, die ich würdigen kann. Zusätzlich gefiel mir der Humor, der mich an die Coen Brothers erinnerte. Sobald der Abspann lief, war ich jedoch erneut gespannt.   Based on the book by Kotaro Isaka   Eine Buchadaption? Wie würde die Handlung dieses Films bloß in einem Buch funktionieren? Das wollte ich herausfinden. Darum geht's: Der Shinkansen fährt in Tokyo ab. An Bord befinden sich jedoch keine einfachen Passagiere. Unter braven Bürgern oder hinter deren Fassade verstecken sich Auftragskiller, Kriminelle und Psychopathen. Dann wäre da noch dieser mysteriöse Koffer, der Nanaos Ziel ist. Doch seine Pechsträhne verkompliziert diesen angeblich einfachen Auftrag.

Die Magier Seiner Majestät - APPROVED

Wenn Magie eine Sache des sozialen Standes ist: Die alternative Welt des frühen 19. Jahrhunderts unterscheidet sich nur durch eines von unserer Geschichte: Magie! Klingt nach etwas für Fans von Jonathan Strange & Mr Norrell ? Die Magier seiner Majestät ist genau das.

Dunkelsprung – APPROVED

Fast kein Märchen: Es ist lange her, dass ich Dunkelsprung das erste Mal gelesen habe. Damals 2014 habe ich es direkt zur Veröffentlichung gekauft und verschlungen. Nicht nur hatte ich den neuen Roman von Leonie Swann heiß erwartet, da ich ihre vorherigen Bücher schon gerne gelesen hatte. Nein, sie hatte sogar in meinem Lieblingsgenre geschrieben. Und ihr schräger, herzlicher Urban Fantasyroman hat mich damals wie heute einfach in den Bann gezogen. Darum geht's: Julius will eigentlich nur Schmuck herstellen und seine Flöhe trainieren. Doch alle seine neuen Kreationen tragen das Gesicht einer Nixe, die ihn in seinen Träumen verfolgt. Und dann erfriert auch noch sein Flohzirkus. Durch den zerstreut wirkenden Detektiv Green gelangt er zu einem Psychiater, der die Leute mit Vergessen therapiert. Er schafft es, die Nixe aus Julius' Träumen zu kontaktieren, die ihm aufträgt, ihre Schwester aus den Fängen eines Zirkusdirektors zu befreien, erst dann würde sie ihn in Ruhe l...

Wie Eulen in der Nacht - APPROVED

Jede Dunkelheit will erforscht werden: Es gibt Fantasybücher, die sich an klassische Erzählweisen halten und wahrscheinlich dem entsprechen, was sich Nicht-Fantasyleser unter dem Genre vorstellen. "Wie Eulen in der Nacht" ist keins dieser Bücher. Darum geht's: Colorado in den 1960ern: Die Familie Soria wirkt Wunder, aber sie mischen sich niemals in welche ein. Ein Widerspruch, könnte man denken. Doch in der Vergangenheit hat ihre Gabe schon Opfer in den eigenen Reihen gefordert. Deshalb lassen sie die Pilger, die zu ihnen in die Wüste kommen mit ihrem Wunder, das eigentlich ein Problem in physischer Form ist und gelöst werden will, allein. Doch dann trifft es Daniel, den Heiligen und Wunderwirker der Sorias, selbst. Und die Dunkelheit eines Soria ist gefährlich. Wie könnte seine Cousine Beatrice ihn einfach im Stich lassen? Approved: Was sind Wunder? Für die Beantwortung dieser Frage nimmt sich #maggiestiefvater viel Zeit. Dadurch saß ich immer wieder mit Frag...

Call of the Night - APPROVED

Nachteulen auf Abwegen: In diesem Manga trifft Slice of Life auf Vampire. Denn was machen Vampire nachts, außer Blut zu saugen? Sie haben eine Menge Spaß! Darum geht's: Kou hat keine Lust mehr, in die Schule zu gehen. Der Druck, seine Klassenkameraden und auch Mädchen, die ihm ihre Gefühle gestehen - das ist ihm zu viel. Doch die freie Zeit sorgt bei ihm für Schlafstörungen und er schleicht sich nachts raus ins verschlafene Tokyo. Dort begegnet er Nazuna, die ihn dabei erwischt, wie er ein Bier am Automaten zieht. Dabei ist er noch minderjährig. Nazuna nimmt das locker hin. Sowieso ist sie ein wenig komisch. Aber sie verspricht Kou, ihm bei seiner Schlafstörung zu helfen. Kaum allein beißt sie ihn. Denn Nazuna ist ein Vampir. Ein wenig enttäuscht stellt Kou fest, dass er selbst nicht so einfach zum Vampir wird. Um eine Kreatur der Nacht zu werden, so vertraut es Nazuna ihm an, müsse sich der Mensch erst in den Vampir verlieben. Eine Herausforderung, die Kou annimmt. Nun...

Medusa + Perseus – APPROVED

Zwei Blickwinkel, eine Geschichte: Griechische Mythen bieten immer wieder Stoff für vielschichtige Themen. Mit unserem modernen Blickwinkel entstehen dabei auch hochaktuelle neue Geschichten.  

Mortal Engines – APPROVED

Eine verrückte, lebendige Welt und eine fantastische Reise: Hinter einem schlechten Film steckt oft eine viel bessere Buchvorlage. Daher bin ich beinahe froh, wie sehr mich die Verfilmung von Mortal Engines – Krieg der Städte damals enttäuscht hat. Obwohl ich die Bücher gar nicht kannte, war an vielen Stellen zu spüren, dass etwas fehlte. Die Figuren waren platt und dadurch die Handlung belanglos – dabei passierten so viele abgefahrene Dinge! Riesige, fahrende Städte, ein entstelltes Mädchen auf dem Kriegspfad, Luftschiffe, ein mysteriöser, wiedererweckter Cyborg-Soldat, Schwertkämpfe ... Wie konnte das sein?! Das musste ich erstmal mit dem Lesen des ersten Bandes überprüfen. Und damit begann meine Reise in eine Welt wahnsinniger Wissenschaftler, absurder Technik und vielschichtiger Figuren.

Piranesi – APPROVED

Im Labyrinth wandelt Piranesi und der Wahnsinn folgt ihm auf dem Fuß: Die Welt besteht aus Säulen, Vestibülen und Sälen. Wie viele es sind ist nicht bekannt. Sie erstrecken sich in alle Himmelsrichtungen und beherbergen zahlreiche Statuen. Piranesi (auch wenn er selbst nicht glaubt, dass das sein Name ist) führt Buch über Die Welt und teilt ihre Wunder nur mit Dem Anderen. Doch Piranesis klares Weltbild gerät ins Wanken, als seltsame Hinweise in den Räumen auftauchen. Approved: Es ist schwer, etwas über dieses Leseerlebnis zu schreiben, ohne ihm seine Faszination zu nehmen. Deswegen beschränke ich mich auf ein paar schwammige Dinge, die mir gut gefallen haben (mehr im Spoiler-Teil). Zunächst war ich etwas abgeschreckt. Ich lese am liebsten Bücher in der 3. Person Singular und war daran durch Clarkes vorherihe Werke gewöhnt. Der Ich-Erzähler ist in diesem Roman aber unerlässlich. Durch Piranesis Augen erfahren wir Die Welt und merken dennoch, dass hier etwas nicht stimmt. Seltsame Kalen...

A Taxi Driver – APPROVED

Durch das Süd-Korea der 80er: Ein Blick über den Tellerrand zeigt, dass Geschichten ganz unterschiedlich erzählt werden können. Wer schon häufiger koreanische Filme gesehen hat, wird eine Art Formel erkennen. Erst bringt der Film einen zum Lachen, um einen dann etwa ab der zweiten Hälfte zum Weinen zu bringen. Diese Mischung aus witzig und traurig ist nichts Neues. Jede klassische Tragödie hat etwas Komisches, jede Komödie etwas Tragisches – nur ihr Ausgang muss dem entsprechen, was überwiegen. Das schafft Spannung und Fallhöhe. Wie bei A Taxi Driver .

Everything, Everywhere, All at Once – APPROVED

Das Potential aller Multiversen: Was wäre, wenn vor 27 Jahren meine Oma ausgewandert wäre und sich Kleinkind-Alina niemals seltsame Geschichten mit ihr ausgedacht hätte? Vielleicht hätte ich gar keine Lust auf Märchen, Mythen, Fantasy bekommen und würde nun hauptsächlich Fachzeitschriften lesen. Solche Szenarien hat bestimmt jeder schon einmal durchgespielt. Was macht mich zu dem, der ich jetzt bin und wie sähe mein Leben in anderen Dimensionen aus, wenn ich nur eine Kleinigkeit anders gemacht hätte? Das Prinzip des Schmetterlingseffekts und Geschichten über Multiversen faszinieren immer wieder. Dabei sie sie so facettenreich wie ihre Universen. Ob Horror, Psychothriller oder Comedy. Blockbuster oder – wie in diesem Fall – Indie-Film.

Radio Activity – APPROVED

Zorn schlägt Wellen: Nahezu jeder, der einen Aufsatz schreiben musste, hat es schon einmal zu hören bekommen: Bandwurmsätze gehen gar nicht. Tja, diese Schreib-Grundlage kann wohl doch ins Wanken gebracht werden. Denn Radio Activity ist voll davon. Atemlos wird man an einem Satz durch halbe Seiten gezerrt. Zahlreiche Eindrücke prasseln auf den Leser ein. Das hat mich erst einmal extrem irritiert. Es war anstrengend. Und trotzdem war ich plötzlich schon auf Seite 100 angekommen.

Jonathan Strange & Mr Norrell – APPROVED

Eine Welt wie vor zweihundert Jahren mit einer Prise Magie:   Napoleon nimmt ganz Europa ins Visier, der König ist ein wenig entrückt und Gentlemen philosophieren über vergangene Magie. Darum geht's: Doch in Susanna Clarkes England Anfang des 19. Jahrhunderts ist Magie nicht nur Theorie. Trotzdem liest sich Jonathan Strange & Mr Norrell wie ein Zeugnis vergangener Zeiten. Eine Parallelwelt zu unserer, in welcher Magie zwar fast vergangen, aber ein Britannien zu starker Macht verholfen hat. Mr Norrell ist der letzte praktizierende Magier Englands und reist nach London, um als solcher anerkannt zu werden. In fehlgeleitetem Geltungsdrang beschwört er dabei einen mysteriösen Herrn aus dem Feenreich. Zeitgleich entdeckt Jonathan Strange, dass er zwar als junger Gentleman in nichts anderem, dafür aber in Magie Talent besitzt. Kann es zwei Magier in England geben? Und welchen Schatten wirft der längst vergangene Rabenkönig auf das Land? Approved: Immer wieder wird in Fußnoten a...

Der Winter der schwarzen Rosen - APPROVED

Ein grausames Märchen: Manche Romane ziehen einen in den Bann, weil man noch nichts Vergleichbares gelesen hat. Durch das Setting, den Hauptcharakter oder – wie in diesem Fall – ein Stilmittel.   Darum geht's: Der Winter der schwarzen Rosen ist zwar ein Fantasyroman, liest sich aber wie ein Psychothriller. Das liegt wahrscheinlich an den zwei Protagonistinnen, Liljann und Tajann. In zwei Ich-Perspektiven schildern die Schwestern von ihrem Leben fern vom Hof. Sie jagen mit ihrem Vater die schwarzen Hirsche, um daraus Leder für die Soldatenrüstungen der Lady zu machen. Dabei betrachtet Liljann alles aus der Vergangenheit und macht für den Leser mysteriöse Andeutungen. Tajann hingegen erlebt alles unmittelbar. Sie schmiedet Pläne, um vom Hof des Vaters fortzukommen – denn der schaut seine Töchter schon länger auf die falsche Weise an. Doch ihre Schwester ist feige und will nicht fort. Liljann sieht Gespenster, Feenwesen, die vor allem um ihre Schwester tanzen, aber sie verhei...

Billy Talent: Crisis of Faith – APPROVED

I beg to differ: Billy Talent war die erste Band, bei der ich je auf einem Konzert war. Auf jedes neue Album freue ich mich wie verrückt. Das liegt vor allem an den Themen, die in ihren Songs verarbeitet werden. (Und natürlich am unverkennbaren Billy-Talent-Stil, der für Ohrwürmer sorgt.) Aktuell ist "I beg to differ (this will get better)" mein neues Lieblingslied von Billy Talent. Es ist wie eine Hymne dagegen, Depressionen, Stress, Trauer oder anderen überwältigenden Situationen zu erliegen. Vieles lässt uns verzweifeln und manchmal scheint kein Silberstreif am Horizont zu sein. Doch es wird besser. Es fühlt sich vielleicht in dem Moment nicht so an, aber das wird es. Man muss es nicht alleine schaffen, kann es oft auch gar nicht. Und sollte Hilfe suchen.

Radium Girls – APPROVED

Eine schleichende, wunderschöne Gefahr: Manche finsteren Momente der Vergangenheit waren nicht groß, weshalb sie beinahe vergessen wurden. So wie die Radium Girls knapp hundert Jahre später wiederentdeckt wurden. Sie waren keine Wissenschaftlerinnen, keine Preisträgerinnen und doch brachten sie (zunächst) unwissentlich ein Opfer, das sie für ihre Zeit, für unsere Gegenwart relevant macht.